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    Natürlich würde ich nie freiwillig im Hotel Alila Jabal Akhdar im Oman, drei langweilige Autostunden vom Flughafen weg, Ferien machen. Allein der Name ist schon furchteinflössend. Aber meine Ehefrau stellte mich ohne grosses Tamtam, fast wortlos und ganz leise vor die Alternative, jeden Tag bis ans Lebensende laute Lobeshymnen über dieses Hotel anhören zu müssen, immer wieder unterbrochen durch die immer gleichen Preisungen unserer Freunde, die schon einmal dort waren. Oder ganz schnell eine Reservierung im Hotel vorzunehmen. Was ich dann auch "selbstlos" tat. Nicht dass damit das tägliche Thema Alila unterblieb, aber es bekam einen ganz anderen Sinn. Kleider, Klima, Geld, elektr. Stecker, wer muss alles im Vorfeld ausführlich informiert werden, wie sieht die Menukarte aus, was sind die Preise für Fingermassagen, Schultermassagen, Rückenmassagen etc., soll ich bei Babbel noch schnell Omanisch lernen?, ist das Taxi klimatisiert?, wer füttert unsere Fische?, was machen wir mit den grösseren Tieren? und vieles, vieles mehr ... Immerhin konnte ich die Reisedauer nach vielen Nächten des Argumentierens (und vielen Flaschen Amarettos) von 2 Jahren auf vier Tage drücken. Es ist allerdings ein bisschen übertrieben, dass ich hoffte, dass mein Lebensende vor der Reise kommt. Aber als ich die Rechnung des Reisebüros sah ... Immerhin konnte ich ihr fast unbemerkt unterjubeln, dass wir nachher zur Erholung noch ein paar Tage im uns bekannten Shangrila-Hotel Al Husn Ferien machen konnten.

    Die Reise

    Wir flogen das erste Mal mit Oman Air und waren recht angetan. Bis anhin flogen wir, wann immer möglich mit Emirates. Aber diese Fluggesellschaft ist nun einfach to big to fail, to big to manage, to big for passengers. Man könnte diese Aufzählung endlos weiter führen. Emirates ist fast wie Facebook, nur mit Flügeln. Im Gegensatz dazu hat man bei Oman Air noch das Gefühl Gast zu sein. Natürlich fehlt es überall ein bisschen (z.B. keinerlei nervige, überlange Werbung am bordeigenen TV für Dubai, die Crew kann fast nur englisch (und nicht auch mongolisch wie bei Emirates). Aber gerade diese kleinen Unzlänglichkeiten haben auch etwas Symphatisches. Obwohl wir mit einer Boeing geflogen sind, kamen wir wider Erwarten heil in Maskat an.
    Beim Einchecken in Zürich hat uns der Schalterbeamte müde angelächelt (so etwa wie man entflohene Sträflinge anschaut) als er bemerkte, dass wir kein elektronisches Visa für den Oman hatten. Ein Touristenvisum am Fluhafen in Maskat dauert so zwischen 10 Minuten und zwei Stunden. Dies nicht zu wissen sei etwa gleich komisch wie der Besitz eines Motorola-Handys oder die uralte Methode, längere Texte mit den Fingern statt mit Gedanken in sein Handy einzugeben. Wir bereiteten uns schon mal vor, unserer Reisefee, die uns diese wichtige Information vorenthlaten hat, virtuell ganz fest an den Ohren zu ziehen. Als wir später dann fast so weit waren, hat sie uns erklärt, dass die Seite im Internet kaum funktioniet. Wenn Mitarbeiterinnen eine solche schlaue, spontane Ausrede haben, so können wir Kunden, gleich wo wir sind, einfach nur aufstehen und stramm salutieren (für Frauen, welche die obligatorische Rekrutenschule geschwänzt haben: "salutieren" heisst, man führt den Unterarm mit einer Geschwindigkeit von 3.2 Meter/Sekunde und mit gestrekten Fingern genau an die Stelle des Kopfes, wo man sonst den Vogel zeigt, und verharrt so lange, bis dass der Ranghöere, in diesem Falle die Reisefee, den Gruss aufhebt).

    Der Transport ins Alila ... (na ja, Sie wissen schon)

    Als wir nach erstaunlichen 3 Minuten im Besitze der Visa waren und uns die erstbesten Koffer geschnappt haben, sahen wir von Weiten schon einen Taxidriver mit der Aufschrift "Alila ...". Und es schien uns zu kennen (ehrlicherweise muss ich sagen, dass er, wie viele Andere auch, meine Frau anstrahlte). Fast ungefragt bemächtigte er sich unseres Wägelchen, sprintete zum Auto (mit der Aufschrift "Alila ...") und öffnete uns die Türen. Das nenn ich mal Service. Erst beim obligaten Halt an der Tankstelle (Taxifahrer füllen ihr Auto erst mit Benzin, wenn sie sicher sind, dass sie auch zahlungskräftige Passagiere haben). Es folgt ein lautstarker Disput via Smartphone und Lautsprecher auf Arabisch. Und dann fragte er uns nach der Schreibweise unseres Namens. Wer unseren Namen mit Umlauten schon mal auf Omni-Englisch buchstabiert hat, möge sich melden!)
    Viel später kam heraus, dass wir zwar zahlungskräftige Passagiere waren, aber auch die Falschen. Es folgten dann einige Telefonate mit der Rezeption des o.g. Hotels, und mit dem eigentlich gebuchten (und auch schon bezahlten) Taxiunternehmen, einigen unaufgeregten Telefonaten mit unserer Reisefee. Als meine Frau dann die Taxitüre vor dem Hotel aufmachte, sage sie nur (sie spricht fast kein Omani-Englisch): "Wunderschön! Und hat ja alles bestens geklappt!".

    Fazit (oder wie wir Schweizer sagen: Résumé)

    Das Hotel gehört zweifelsohne zu den Besten, die wir je besucht haben. Sehr freundlich, kompetent und jederzeit hilfsbereit. Das Essen bewegte sich zwischen gut bis ausgezeichnet (wenn man mal ausseracht lässt, das immer und zu jeder Speise, ob Starter oder Dessert, Granatapfelkerne benutzt werden. Aber wir Schweizer sind ja auch nicht viel anders: zu jeder Speise wird irgendwie warmer Käse serviert (Hörnliauflauf, Parmersanspaghetti, Fondue, Raclette etc.). Die Umgebung ist einfach atemberaubend. Sie ist unvergleichlich und wie im Al Maha, sehen und erst dann zurück ins Pflegeheim. Und ähnlich wie im Al Maha, trotz der einmaligen Lage ist für mich ein Aufenthalt von wenigen Tagen genügend. Klar, dass man auch einige Einschränkungen in Kauf nehmen muss: die dreistünige Anfahrt ist nach einem Fluge mühsam. Im Hotel gibt es keinerlei unverzichtbare Dinge zu kaufen (wie Zigaretten, Mundwasser, Tampons, Toblerone etc.). Die nächste Einkaufsmöglichkeit liegt ca. 30 km weit weg und nur durch eine Strasse, die eher an eine Ski-Sprungschanze erinnert, zu erreichen. Die Internet-Geschwindigkeit erinnert stark an Akkustik-Koppler (für jüngere Leute, falls sie es bis dahin überhaupt geschafft haben, empfehle ich einen Blick ins Internet).

    Ein grosses Dankeschön an Trump

    Da Trump über 5 Minuten nicht getwittert hat, ist die Börse nach oben explodiert. Dank Trump können wir uns also diese Ferien überhaupt leisten! In der "Wohnung" nebenan wohnt eine Syrerin. Sie ist in den USA geboren, wandert jetzt aber etwas heimatlos zwischen den USA, UAR und Syrien hin und her. Sie hat uns im Vertrauen (ja nicht weitersagen) verraten, dass Trump jetzt um ganz Amerika eine hohe Mauer bauen will (Notstand). Er bezweckt damit vor allem, dass die Amerikaner in den Ferien ihr Geld nicht im Ausland ausgeben können. Hat aussdem den Vorteil, dass kolumbianische Drogenhändler ihre Ware nicht via China einschleusen können. Bei Trump könnte Ueli Maurer noch in die Schule gehen (wenn man ihn denn rein lässt).



    Im Alila wurde die Serie von Einbrüchen durch Fenster erfolgreich durch bauliche Massnahmen gestoppt.
    Wäre sicherlich auch für das Kleinbasel eine denkbare Lösung.

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