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Ist Salzwasser Meerwasser?
Um es kurz zu machen: natürlich nicht. Fast alle Elemente, Verbindungen und was es sonst noch an chemischen Sonderheiten gibt, sind im Meerwasser enthalten. Allerdings sind die meisten dieser Bestandteile in äusserst geringer Konzentration vorhanden (es lohnt sich deshalb nicht, Gold aus dem Meerwasser zu gewinnen, zu gering ist der Anteil). Aber viele Bestandteile sind nötig, um ein Aquarium zu betreiben. Deshalb ist es unerlässlich, ein dafür vorgesehenes Meerwasser-Salz zu verwenden. Es gibt sogar Empfehlungen, den Hersteller des Salzes hin und wieder zu wechseln, da die ganz genaue Zusammensetzung immer etwas anders ist.
Der nächste wichtige Bestandteil ist das Ausgangswasser. Ich empfehle dringend, sich hier eine Osmose Anlage mit einem nachgeschalteten Mischbettharzfilter zu verwenden. Zwar werden auch hier nicht ganz alle (zumeist schädlichen) Zusatzstoffe des Wassers entfernt, aber doch ein grosser Teil. Das Wasser, das aus unseren Hähnen fliesst, ist ungefiltert ein ziemlich wechselndes und unsicheres Ausgangsmaterial für unser Aquarium. Wem diese Ausgabe zu teuer ist, sollte sich sowieso für ein anderes Hobby entscheiden (z.B. das viel günstigere Hobby: Frauen ärgern). Diese Aussage gilt für viele Komponenten. Um den wöchentliche Wasserwechsel (empfohlen: 10 % des Bruttowassers) wirst Du nicht herum kommen (damit ist der sonntägliche Kirchgang schon wieder in Frage gestellt) und die laufenden monatlichen Kosten steigen in die Höhe.


Meersalz

Wie funktioniert das mit dem Filterbecken?
Natürlich bist Du als Süsswasser-Aquarianer stolz, dass Dein Becken dicht ist und dass das Silikon (wer weiss woher und wer weiss, was dieses Silikon beim Abbinden und langfristig an Stoffen an das Becken abgibt) irgendwie nach Silikon aussieht.  Trotzdem musst Du dich mit dem Gedanken anfreunden, dass in Dein tolles, jahrelang funktionierendes Becken mindestens drei Löcher gebohrt werden (müssen). Du selbst hast weder die nötigen Werkzeuge noch die Erfahrung. Das heisst also: lass einen Fachmann kommen, zahle ihm die Löcher (mein Bankberater hat überraschenderweise grosses Verständnis, wenn ich ihm erzähle, wie teuer Löcher sein können). Mindestens drei Löcher müssen es sein! Beim nächsten (und grösseren) Aquarium wirst Du noch vier Löcher mehr bohren lassen, für einen resp. zwei "Closed Loops". Aber wie Du vermutest, dies kommt erst Monate oder Jahre später. Und: versuch erst gar nicht, eine Pumpe von Aldi anzuhängen. Erstens ist die für Dein Hobby viel zu billig, zweitens ist diese weder meerwassertauglich noch hält sie 10 Jahre durch. In diesem Punkt (fast nur in diesem Punkt) kannst Du Dich auf die Auskunft Deines Händlers verlassen. Willst Du Deinen Händler (und ev. die Forenmitglieder) beeindrucken, so kaufe eine Red Dragon (zwar teuer, wird Dich aber mit Sicherheit überleben), ansonsten z.B. eine Tunze. Zwar werden die Chinesen immer besser, aber noch lohnt es sich nicht, diese Volkswirtschaft in diesem speziellen Falle zu unterstützen. Ein Link zu den verschiedenen Filtersystemen über Filter (zugegebenermassen ein bösartiger Link).
Nach zwei Jahren Meerwasser könnte ich mich hauen, dass ich nicht ein neues, unzerkratztes Becken gekauft habe. Dies wäre wahrscheinlich die kleinste Ausgabe geworden und hätte mir das Grün- und Blauärgern beim Versuchen erspart, anständige Fotos zu machen. Nach zwei Jahren ist ein Umbau oder Neuanfang ein fast unmögliches Ding (siehe unter Einfahrphase nach).

Salzgehalt messen
Wenn drei Aquarianer zusammen sind und Du mehrere Stunden Zeit hast, dann frag doch einmal, wie der Salzgehalt gemessen werden soll. Bei kaum einem anderen Thema wirst Du innerhalb weniger Minuten so verunsichert werden wie beim Salzgehalt. Du wirst als erstes hören, dass nicht der Salzgehalt gemessen werden soll, sondern die Leitfähigkeit des Wasser, oder nur die temperaturabhängige Dichte oder die Salinität (unabhängig von der Temperatur). Ich habe es mir einfach (und damit ziemlich sicher) gemacht. Ein grosser Aerometer, das Wasser konstant auf 25° Celsius temperiert (der Aerometer sollte sinnigerweise ebenfalls auf diese Temperatur geeicht sein) beendet zumindest die hausinterne Diskussion. Mach es ebenso. Du kannst Dich später immer noch für einen Refraktometer entscheiden (Voraussetzung: Du hast sehr gute Augen und lässt Dich von den vielen angezeigten Zahlen nicht verwirren und eichst mindestens dreimal pro Tag (ich freue mich jetzt schon auf die vielen bösen Kommentare). Einer der weiterführenden Links: http://www.korallenriff.de/artikel/269_Salinität,_Leitwertmessung_oder_Dichte___.html

Sicherheit!
Ich habe alle relevanten Komponenten mehrfach gesichert (z.B. Wasserstand, Temperatur, Zu- und Abläufe usw.). Als letzte Stufe beim Wasserstand beispielsweise habe ich Wassermelder am Boden installiert, die eine Sirene (das ganze Dorf wird wach!) auslösen, sobald Wasser ausläuft. Oder: die Löcher im Aquarium (für Zufuhr, Ablauf und Notablauf zum Technikbecken) sind genau oberhalb des Filterbeckens. Falls einmal also die Dichtungen Wasser lassen sollten (das kann man sicher auch anders ausdrücken), würde das Wasser direkt in das Filterbecken laufen, das so dimensioniert ist, dass es alles Wasser im Ablaufschacht auffangen könnte. Falls alles schief geht, so würde (Du magst Dich erinnern) die laute Sirene in Betrieb gesetzt.

Elektronischer Wassermelder Wasseralarm altes Untergestell Neues Untergestell
Wassermelder fix Wassermelder mobil Altes hölzernes Untergestell    Neues erdbebensicheres Aluminium-Untergestell

Aquariencomputer
Als vermeintlicher Computerfreak habe ich mich schnell entschlossen, die ganze Steuerung des Aquariums via Computer zu machen. Man kann so herrlich sitzen dabei, eine Kaffeetasse und ein Aschenbecher sind immer in Reichweite und um zu telefonieren oder TV schauen braucht man auch nicht aufzustehen.
Es gibt nicht allzu viele Hersteller von geeigneten Aquariensteuerungen, die an den Computer angeschlossen (und gesteuert) werden können. Alle sind grundsätzlich zu teuer, lassen praktisch nur Komponenten des gleichen Herstellers zu, sind technisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit und haben ein Design, das an die gute alte DOS-Zeit erinnert. Und trotzdem: ich habe mich ziemlich früh für Aquatronica entschieden. Dieser Entscheid lässt sich fast nicht mehr rückgängig machen. Und siehe da (etwas unerwartet): es funktioniert. Natürlich nicht ganz so, wie es der Hersteller (eine ziemlich kleine italienische Bude) verspricht (immer wieder Hänger, die mit Ein- und Ausstecken der Kabel überwunden werden können, Stecker passen wegen unsauber geschweissten Plastikabdichtungen nicht in die vorgesehene Steckdosen (langes Grübeln, ich bin doch nicht blöd, oder? ein Teppichmesser und für immer und ewig ist das kleine Problem gelöst). Oder: ein Löschen einer irrtümlich eingegebenen Komponente geht nicht am Computer sondern nur an der gut versteckten und kaum zugänglichen Kontrolleinheit, oder wie immer dieses Ding heisst. Der Anschluss Computer - Kontrolleinheit ist nur durch ein quer durch das Wohnzimmer verlegtes USB-Kabel möglich (aus "Sicherheitsgründen sind die Möglichkeiten bei einem Ethernet-Anschluss stark eingeschränkt. Da könnte ja jemand aus Hongkong die Temperatur verstellen!). Da ich aber die Anfänge der Computerzeit miterlebt habe (ja, so alt bin ich schon), bin ich hier geneigt festzustellen, dass das Glas hier halbvoll ist. Fazit: (ähnlich wie bei der eigenen Ehefrau) es gibt viel Schatten, aber unter dem Strich ist dies eine gute Wahl gewesen.

Elektronischer Wassermelder  
Aquatronica Hauptbildschirm Steckleiste und Controller Ein Teil der Verkabelung
(noch etwas wirr)
Sonden (im Technikbecken)

Fixieren (kleben) von Steinen, Korallen  und Ähnlichem?

Ich muss zugeben, ich habe unterschätzt, wie Seeigel, grosse Schnecken und anderes Getier versuchen, den sorgfältigen Riffaufbau und die genau (Strömung und Licht) definierten Standorte der Korallen, Gorgonien etc. nach eigenem Gutdünken umzugestalten. Die dabei angewendeten Kräfte sind enorm. Also: es bleibt fast nur das Kleben (mit einem meerwassertauglichen 2-Komponenten-Kleber) der Tiere und Steine an den gewünschten Standort. Nicht geschafft habe ich den "guten" Rat, bis zum Abhärten des Klebers einen Kabelbinder, einen Zahnstocher oder ein sonstiges Hilfsgerät zu verwenden. Ich war also gezwungen, eine oder sogar mehrere Minuten die Koralle zu fixieren, nicht zu atmen und alle Versuche der Tiere, meine Finger als etwas Essbares oder Vernesselbares anzusehen zu ignorieren. Mrutzek mit seinem Express-Kleber (siehe Bild) ist hier hilfreich. Ausserdem sind die Lieferanten aus Deutschland (mit wenigen Ausnahmen) trotz Zoll, Mehrwertsteuer und DHL immer noch schneller als die allermeisten Bestellungen von Schweizer Lieferanten.



Gorgonie  Kleber   Kleber 2 Gorgonie 2 
Gorgonie ist herunter gefallen 2-K Kleber (zwar gleich grosse Stücke mit Latex-Handschuhen  Kneten der beiden Komponenten, bis eine homogene Masse entsteht Die Gorgonie ist wieder am optimalen Platz und sollte auch die nächsten Jahre dort verbleiben (der hässliche weisse Kleber wird schnell überwachsen

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